Berndl-Bad: Skylink von Bisamberg


NÖN Artikel über das Florian-Bernd-Bad am 13.11.2012
NÖN Artikel über das Florian-Bernd-Bad am 13.11.2012

Das Florian-Berndl-Bad ist das Skylink von Bisamberg geworden: Zu teuer, fehlgeplant und niemals fertig. Nun gibt auch die Vorsitzende des Badbeirates, Bgm. Dorothea Schittenhelm zu, dass der Zeitplan „völlig durcheinander gekommen“ ist.

Was der Flughafen-Skylink für Niederösterreich, ist das Florian-Berndl-Bad für Bisamberg. Die NÖN sprach in ihrer jüngsten Ausgabe von einer „Pleiten-, Pech- und Pannenshow“ – bezogen auf eine nun bekanntgewordene neuerliche Verzögerung des Fertigstellungstermines.

NÖN-Artikel "Pleiten, Pech und Pannen" beim Florian-Berndl-Bad
NÖN-Artikel "Pleiten, Pech und Pannen" beim Florian-Berndl-Bad

Nunmehr heißt es, dass man frühestens im Frühjahr 2013 eröffnen werde – damit ist die Hallen- und Saunasaison zum dritten Mal ins Wasser gefallen. Ursprünglich, nachdem man bereits alle Sommerbetriebe abgeblasen hat, wollte man wenigstens nach drei Saisonen nun mit Ende des Jahres 2012 starten. Nach Angaben der Vorsitzenden des zuständigen Badbeirates, der Bisamberger Bürgermeisterin Dorothea Schittenhelm (ÖVP) sei wieder einmal die Haustechnik schuld an der Misere.

Die Vorgänge tragen vor allem die Handschrift Schittenhelms, die nicht nur selbst mit dem Bau überfordert ist, sondern auch ohne Gesamt-Ausschreibung ihren Architekten Werner Zita durchgesetzt hat. Zita hat noch nie ein Hallenbad geplant oder gebaut, Schittenhelm drückte ihn gegen den Willen der Korneuburger Politiker durch (das Bad steht auf Bisamberger Grund, Schittenhelm ist die Bauinstanz). „Aus Zeitgründen“ wollte sie unbedingt sanieren,  entgegen dem Ratschlag der  Experten, die in einer Studie zum Neubau rieten (einen Neubau hätte sie wohl nicht mit „ihrem“ Architekten ohne Ausschreibung durchsetzen können). Mittlerweile mussten schon mehrere Berater und Sachverständige dem Architekten zur Seite gestellt werden, das Projektmanagement klappte – wie man sieht – von Anfang an nicht.

Nunmehr steht fest:
– Die Sanierung kostet nicht vier bis fünf Millionen Euro, wie anfangs kalkuliert, sondern mindestens 8 – 10 Millionen.
– Damit ist die Sanierung gleich teuer oder sogar teurer als ein Neubau – mit dem Nachteil, dass man eine neue Hülle über 30 Jahre alte Teile stülpt, die in den nächsten Jahren große Risken bergen.
–  Den Mitgliedern des Badbeirates wurde ein Redeverbot auferlegt (verständlich bei dem Desaster), allerdings handelt es sich um die Verwendung von Steuergeld, die Öffentlichkeit hätte ein großes Interesse an den Vorgängen.
– Es gibt nach wie vor keine bekannte Haushaltsrechnung für die Zeit nach der Eröffnung. Damit wird das Bad zum Blindflug und weiteren Defizitposten.

Was den „Verein für Energie-Autarkie“ alerdings seit Jahren beschäftigt, ist die unzureichende energetische Sanierung. Diese Sanierung ist nicht „State-of-the-Art“. Während  anderswo Bäder in Passivhaus-Bauweise entstehen, behübscht man hier einen alten Stahlkasten. Für mehr langten weder Phantasie noch die Expertise der Beteiligten.