Unser Verein gewinnt Energie-Preis

Für den Bau einer Solaranlage auf dem Dach des wichtigsten Augenspitals in Burkina Faso erhalten der Verein für Energie-Autarkie und die Hilfsorganisation Licht für die Welt den Solarpreis von EUROSOLAR AUSTRIA in der Kategorie „Eine-Welt-Zusammenarbeit“.

Hier zitieren wir die Pressemeldung von Licht für die Welt:

„Der Preis würdigt die wichtige Rolle der Solaranlage der Augenklinik in Zorgho/Burkina Faso: Sie wandelt die Sonne Westafrikas in Strom um, mit dem Geräte für Augenoperationen und Untersuchungen von 15.000 Menschen pro Jahr betrieben werden. Dank der Anlage kann das Spital die Hälfte der jährlichen Stromkosten einsparen und ist autark.“

Herbert Starmühler mit Dominique Nikiema, dem Leiter des Augenstals, im Technikraum der Anlage.

Herbert Starmühler mit Dominique Nikiema, dem Leiter des Augenspitals, im Technikraum der Anlage. (c: Starmühler)

 

„Der Solarpreis ist eine große Ehre für uns und eine Bestätigung dafür, dass Solarenergie ein wichtiger Teil von Lösungen in Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sein kann“, bedankt sich Herbert Starmühler, Mitglied von Licht für die Welt und Gründer des Vereins Energie-Autarkie sowie Leiter des Solaranlagen-Projekts bei der Preisverleihung in Graz am vergangenen Samstag. Der gebürtige Grazer fand sein Herzensprojekt, als er im Jahr 2010 erstmals in die Stadt Zorgho reiste und dort das Augenspital von Licht für die Welt besuchte, das die wichtigste Anlaufstelle für augenkranke Menschen im ländlichen Burkina Faso ist. „In dem Spital werden jährlich über 15.000 Patienten untersucht und operiert – dafür wird Strom benötigt mit dem beispielsweise OP-Leuchten und technisches Equipment betrieben werden“, erklärt Starmühler. Zwar war das Spital an das örtliche Stromnetz angebunden, jedoch fällt der Strom im ländlichen Burkina Faso täglich oft für mehrere Stunden aus. Besonders fatal ist das während laufender Operationen, die durch die Unterbrechungen erschwert werden und dadurch sehr viel länger dauern. Zudem verringert sich die Lebensdauer von elektrischen Geräten, die für Operationen benötigt werden. Außerdem werden die Ersatzstromgeneratoren mit Diesel betrieben, der teuer ist und umweltschädlich.

Sonne Afrikas als Stromquelle

Herbert Starmühler kam die zündende Idee, den augenlichtrettenden Strom mit dem zu produzieren, was im ländlichen Burkina Faso im Überfluss vorhanden ist: Die Sonne Westafrikas.  Gemeinsam mit Technikern aus Burkina Faso und Wien, wie DI Salia Konate von der FH Technikum Wien, konzipierten der Unternehmer und sein Verein für Energie Autarkie daher eine Solaranlage nach dem Photovoltaikprinzip, um das Spital für 20 bis 30 Jahre mit Sonnenenergie zu versorgen. „Erst die großartige Zusammenarbeit zwischen engagierten Helfern in Afrika und Österreich hat das Projekt möglich gemacht. Unser besonderer Dank gilt DI Salia Konate aus Burkina Faso, der die komplette Anlage technisch erarbeitet und betreut hat. Ohne sein Wissen und seine Ortskenntnisse hätten wir das Projekts so nicht realisieren können“, so Starmühler. Das Spital kann so mehr als die Hälfte der jährlichen Stromkosten einsparen. Das Wichtigste aber: Es können mehr Operationen durchgeführt werden und so mehr Augenlichter blinder Menschen gerettet werden. Ende 2015 wurde das Projekt nach drei Jahren ununterbrochener Unterstützung aus Österreich und Burkina Faso realisiert. Die Module der Photovoltaikanlage wurden auf dem Dach der Augenklinik montiert und sind seither in Benutzung.

Hintergrund Augenklinik Zorgho

Das Augenspital von Licht für die Welt in der Stadt Zorgho in Burkina Faso ist die wichtigste Anlaufstelle für augenkranke Menschen in dem westafrikanischen Staat, in dem gerade einmal vier Augenärzte die ländliche Bevölkerung versorgen. Einer dieser Augenärzte arbeitet in der Augenklinik in Zorgho, wo er jährlich rund 15.000 Patienten behandelt und gemeinsam mit nur einer weiteren Fachkraft für Grauen Star mehr als 1.500 Operationen, 4 OPs pro Tag, durchführt. Grauer Star ist die häufigste Blindheitsursache weltweit. Über 20 Millionen Menschen sind daran erblindet, die Mehrheit lebt in Entwicklungsländern. Dabei kann Grauer Star mit relativ einfachen Mitteln behandelt werden. Eine Operation, bei der die getrübte Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt wird, kann mit einer Spende von 30 Euro ermöglicht werden. Licht für die Welt konnte dank Spenden aus Österreich allein im Jahr 2015 über 50.000 erblindete Menschen am Grauen Star operieren und ihnen ihr Augenlicht schenken.

Technische Daten:

 

Anlagetype:

Hybrid-Anlage (Netz, Dieselgenerator und Solar)

PV-Generatorleistung:

18,75 kWp (75 Module der Firma SolarWorld)

Kapazität des Speichersystems: 43,68 kWh (OPzS-Batterien der Firma Hoppecke) mit Säure-Umwälzungssystem).

Wechselrichter (WR): 3 x 10 kVA WR von Victron Energie und ein 20 kVA Netz-WR (Tripower) von SMA.

Dieselgeneratorleistung (bestehend): ca. 20 kVA (elektrische Leistung).

Maximale Leistung des Systems in Inselbetrieb: 45 kVA (Tagesbetrieb) / 30 kVA (Nachtbetrieb)

Erwartete Ertrag: 35.000 kWh/Jahr

Eigennutzung: 70% am Arbeitstagen bzw. 30% an Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

Datum der Inbetriebnahme: 9. 11.2015

Ertrag der PV-Anlage bis zum 20.9.2016: 25,43 MWh

 

Weiterführende Informationen:

 

 

 

 

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