„Wir brauchen keine Affen-Versuche!“

Warum kann das Laden eines E-Autos nicht mit der Bankomatkarte bezahlt werden? Warum kein Gratisparken in der Gemeinde? Die Elektromobilisten trafen sich in Bisamberg und diskutierten hitzig, wie man die Lage weiter verbessern könnte.

Eingeladen hatte der Verein für Energie-Autarkie aus Kleinengersdorf. Obmann Herbert Starmühler verwies auf den 2018er-Schwerpunkt: „Wir wollen den vielen Interessierten nicht mit Einsparungen, Komfortverlusten oder Gutmenschentum kommen, sondern auf die Vorzüge verweisen.“ Elektrofahrzeuge seien einfach cool. „Sie sind leise, saufer und stinken nicht. Und sie brauchen keine Abgastricks, keine Affenversuche und keine Ölscheichs“ (Starmühler).

Leider war die Palette in Bisamberg diesmal eindeutig zu klein. Zu viele Interessierte wollten an der E-Auto-Diskussion unter dem Titel „Österreich muss Norwegen werden – Argumente für die Elektromobilität“ teilnehmen, einige mussten gehen, weil kein Platz mehr war. Der Verein bittet für die allzu große Enge um entschuldigung, man habe nicht mit dem Andrang gerechnet.

Ganz Europa soll Norwegen werden
Doch damit ist auch das Interesse der Bevölkerung dokumentiert. Viele, viele Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Land liebäugeln mit dem Kauf eines elektrischen Vehikels. Starmühler präsentierte aus dem titelgebenden Vorbild Norwegen: Dort war 2017 jedes zweite neuangemeldete Fahrzeug ein Elektroauto (reine elektrische plus Elektro-Hybride).  Worauf das Publikum sich artikulierte: Nicht Österreich, sondern ganz Europa solle Norwegen werden.

Doch während diese Fahrzeuge im Norden vielfältig gefördert werden (Busspuren können befahren werden, Gratisparken in der Stadt, massive Steuererleichterungen etc.), sind die Gemeinden in Österreich sehr zögerlich, wenn es darum geht, die fossil betriebenen Verbrennerfahrzeuge zugunsten der Stromer zu verbannen.

Netzwerktreffen bald wieder
Damit sich dahingehend etwas ändert, bedarf es eines geeinteren Auftretens. Politiker sollten mit der geballten Kraft vieler Elektroautomobilisten konfrontiert werden, um gesetzliche Rahmenbedingungen zu verändern. Und da es um die Anzahl der Köpfe geht, die der Politiker zählt, passte es gut, dass mit den VertreterInnen des Elektro-Mobilitäts-Clubs und des Bundesverbands Nachhaltige Mobilität ExpertInnen vor Ort war. Insoferne war man sich einig, dass es in Bisamberg wieder einmal zu einem wichtigen Netzwerktreffen gekommen war. Vielleicht trifft man sich ja bald wieder – dann aber in einem größeren Raum.

 

 

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