Andreas Czezatke: „100% Jetzt! Bürger-Energiewende“ – wie ein Privathaus energieautark wurde

Vortragender Andreas Czezatke und Hausherr Rudi Michlmayr (Michlfarm). Foto: Starmühler

Vortragender Andreas Czezatke und Hausherr Rudi Michlmayr (Michlfarm). Foto: Starmühler

Am Dienstag, 25. September, berichtete Andreas Czezatke, wie man ein ganz normales Einfamilienhaus energieautark machen kann. Es lohnte sich, nach Korneuburg in die neue „Michlfarm“ zu kommen.

Andreas Czezatke ist Techniker mit Herz, er wohnt in Siebenhirten im Weinviertel und hat sein Haus zukunftsfit gemacht. So sehr, dass er auf einen Netzanschluss zur Energieversorgung verzichten könnte. Der „Verein für Energie-Autarkie“ hat ihn eingeladen, uns das einmal zu erklären. Und viele Interessierte kamen, um mit ihm zu diskutieren.

 Der Vortrag von Andreas Czezatke: „100% Jetzt! Bürger-Energiewende“ fand in der „Michelfarm“ in Korneuburg. Die Michlfarm ist ein neues Veranstaltungs- und Begegnungszentrum in Korneuburg. Adresse: Zum Scheibenstand 11, 2100 Korneuburg. 5 min. von der S-Bahn-Station Korneuburg (hinter dem Justizzentrum).

Entgegen der gelebten Praxis der Klimakonferenzen („Global reden und lokal aufschieben…“) zeigte Andreas Czezatke in seinem Vortrag, wie es richtig funktioniert: „Lokal umsetzen und globale Zusammenhänge verstehen!“
Der Autarkiegrad seines Hauses beträgt 60% durch direkte Sonnenenergie. Durch die Nutzung von Biomasse mit Stromerzeugung sind 100% möglich. Das Besondere an dieser Anlage ist die Möglichkeit einer vollständige Trennung vom Netz.
Dies bringt gleich meherere Vorteile:
1) die Anlage kann ohne umständliche Genehmigungen realisiert werden
2) Versorgungssicherheit für Stromnetz bei Black-out –> Resilienz integriert
3) Nutzung der günstigsten aller Energieformen, der Solarenergie

Hier kann die Präsentation nachgelesen werden.
In dieser englischen Version ist auch eine eingepflegte Weltkarte dabei:
https://prezi.com/view/jQHYkeviUkI5YymTtv3n

Hier noch einige Angaben zum autarken Haus von Andreas Czezatke in Siebenhirten:
(aus einer klima-aktiv-Fachexkursion):
„Das Projekt von Andreas Czezatke erhielt den Solarpreis 2015. Eine Ambition des Hausbesitzers ist es, seinen Energiebedarf mittelfristig absolut netzunabhängig selbst zu erzeugen. Das Bestandsgebäude wurde
mit einer 4,5 kWp Photovoltaikanlage auf dem SO- und SW-Dach des Hauses
ausgestattet und soll in den nächsten Jahren noch etwas vergrößert werden.
Der Hausherr hat eine Selbstbaugruppe für Photovoltaikanlagen in Verbindung mit großen
Batteriespeichersystemen ins Leben gerufen. Er selbst verfügt in seinem Gebäude über
einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 70 kWh. Die Batterien wurden gebraucht
um etwa € 2.500,– gekauft und sind früher für die unterbrechungsfreie
Stromversorgung in Betrieben eingesetzt worden. Alte Batterien werden oft entsorgt,
könnten aber noch länger weitergenützt und aufgeladen werden. Dieses Projekt
unterstützt also auch eine ressourcenschonendere Wirtschaftsweise.
Überschaubare Kosten
Insgesamt hat die ganze Photovoltaikanlage mit Wechselrichter für den Inselbetrieb und Batteriespeicher
nur ca. € 12.000,– gekostet. Sie stellt von etwa Mitte März bis Ende September 100%
der benötigten Energie zur Verfügung.
Die Sonne alleine für die Energieversorgung des Gebäudes im Winter zu nutzen ist nicht möglich. In der Heizperiode war für diese Aufgabe bisher ein Pelletsofen von der Firma Energy-Button mit kombinierter
Stromerzeugung in Betrieb. Mit einem derartigen Pelletsofen, den es am Markt z. B.
von der Firma Ökofen mit einem Stirlingmotor gibt, könnte man dann ganzjährig den
Energiebedarf des Hauses decken.

Die Motivation entscheidet
Im Zuge der Hausbesichtigung kam es zu Diskussionen, inwieweit sich dieses Projekt als Modell für eine massentaugliche Umsetzung eignet. Moniert wurde die Wichtigkeit, im ersten Schritt die eigenen
Energieverbräuche möglichst zu reduzieren und in Richtung höherer Energieeffizienz
zu gehen. Der Hausbesitzer meint aber, dass für ihn eine thermische Sanierung des
Gebäudes mit wesentlich höheren Kosten verbunden gewesen wäre, die er sich nicht
leisten hätte können. Er könne sein eigenes Know-how so viel günstiger einbringen.
Eine wichtige Voraussetzung, um nach diesem Projektmodell selbst aktiv zu werden, ist
jedenfalls ein hohe Motivation und die Bereitschaft und Zeit, sich mit dem Thema
intensiv zu beschäftigen sowie handwerkliches Geschick und Freude am Werken und
der Montage.“

Das ist die Michlfarm, unsere Location vom 25. September 2018, 19 Uhr.

Die neue Michlfarm in Korneuburg. Foto: Michlfarm

Die neue Michlfarm in Korneuburg. Foto: Michlfarm

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.