Verein sammelt 20.000 Bücher für Bibliothek-Projekt

Bücher über Bücher – die Bananenschachteln in Korneuburg  wurden knapp. Foto: H. Starmühler

Bücher über Bücher – die Bananenschachteln in Korneuburg wurden knapp. Foto: H. Starmühler

Da staunte der Büchernarr: Der Verein für Energie-Autarkie rief zum Bücherspenden auf und Tausende Bücher fanden den Weg in die „größte Bibliothek zwischen Wien und Istanbul“.

Der Verein für Energie-Autarkie, der seinen Sitz in Kleinengersdorf/NÖ hat, wollte ein Zeichen gegen die Ressourcenverschwendung setzen. Es wurde ein großes Ausrufungszeichen. Denn dem Appell, Bücher nicht wegzuwerfen, sondern einem Bibliotheksprojekt zu spenden, folgten so viele Bücherfreunde, dass der Berg wuchs und wuchs. In Korneuburg wurden Bananenschachteln zur begehrten Mangelware, sie fanden sich alle in der „Michlfarm“, einem brandneuen Begegnungszentrum in Korneuburg ein.

Büchersammler Viktor Lazić (li.) freut sich mit Herbert Starmühler (Mitte) und Rudolf Michlmayr (Michlfarm) über die gelungene Bücheraktion. Foto: Starmühler.

Büchersammler Viktor Lazić (li.) freut sich mit Herbert Starmühler (Mitte) und Rudolf Michlmayr (Michlfarm) über die gelungene Bücheraktion. Foto: Starmühler.

Die Übergabe
Am Samstag, 3. November 2018 dann der große Tag: Viktor Lazić, gelernter Rechtsanwalt und bekennender Büchernarr, übernahm „seinen“ Schatz. Herbert Starmühler, Obmann des Vereins, übergab an ihn die Bücher im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends. Viktor Lazić war überwältigt: Noch nie kamen bei einer privaten Büchersammlung derart viele Exemplare zusammen, wie in Korneuburg. Wobei die Bücher auch aus einem wissenschaftlichen Verlag in Wien, aus Privathaushalten in Graz, der Steiermark, aus dem Weinviertel, aus verschiedenen Teilen Niederösterreichs stammten.

Der Traum wird Realität
Was passiert nun damit? Viktor Lazić: „Die Bücher werden mit dem LKW nach Belgrad gebracht und hier von meinen Mitarbeitern registriert und sortiert und archiviert“. In Belgrad entsteht gerade die größte Bibliothek „zwischen Wien und Istanbul“, wie es der Serbe formuliert. Es ist dies der Traum eines 31-jährigen Bücherfreundes, der immer mehr Realität annimmt. Über eine Million Bücher hat er in den vergangenen zehn Jahren gesammelt, davon rund 200.000 in deutscher Sprache. Es entstand ein Museum und eine Leihbibliothek unter dem Namen ADLIGAT, sowie ein Austausch mit 300 Bibliotheken weltweit.

Korneuburger und Korneuburgerinnen lieferten Bücher am laufenden Band. Foto: H. Starmühler

Korneuburger und Korneuburgerinnen lieferten Bücher am laufenden Band. Foto: H. Starmühler

Es geht weiter
Und nun kamen die 20.000 aus Korneuburg hinzu (wobei es sich um eine Schätzung handelt, die genaue Zahl wird erst nach der Registrrierung feststehen).

Lazić, der den zahlreichen Anwesenden in einem spannenden Vortrag die Entstehung und die Leistungen des Projektes erklärte, bat Obmann Herbert Starmühler, die offizielle Vertretung der Bibliothek in Österreich zu übernehmen – was dieser nach sehr kurzer Bedenkzeit gerne annahm.

Auch mit dem Rad wurden Bücher vorbeigebracht (in diesem Fall von Johannes Hudec aus Floridsdorf). Foto: H. Starmühler

Auch mit dem Rad wurden Bücher vorbeigebracht (in diesem Fall von Johannes Hudec aus Floridsdorf). Foto: H. Starmühler

Dies ist auch der Grund, warum der Verein auch in Zukunft gerne über das Bibliotheksprojekt „ADLIGAT“ berichten wird.

Und wenn Sie Bücher haben, werfen sie die nicht weg – irgendwann werden wir wieder eine Büchersammlung organisieren!

Hier können Sie weiterlesen:
Website ADLIGAT, Museum- und Bibliothek: http://www.adligat.rs (in serbischer und englischer Sprache)
Viktor Lazić und sein Projekt: http://www.bisamberg-energie.at/?p=2157#more-2157

 

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