Stromschwemme durch erneuerbare Energie


WIEN. Das stark wachsende Angebot von Elektrizität aus erneuerbaren Energien stellt den börsenotierten Verbund-Konzern vor neue Herausforderungen. Bis 2015 wird sich die Windkraftleistung in Europa von 70 auf 140 Gigawatt erhöhen.
Dazu kommt ein starker Anstieg des Solarstroms. „Wir sehen im Ausbau der Pumpspeicher die einzige sinnvolle Möglichkeit, an der Schnittstelle zwischen Nord- (Windkraft) und Südeuropa (Sonnenenergie) für einen Ausgleich zwischen den hereindrängenden erneuerbaren Energien zu sorgen“, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber gestern bei einem Pressegespräch in Wien.

In einigen Jahren werde das Pumpspeichervolumen des Verbunds auf 1200 Megawatt erhöht worden sein. Hier rascher ausbauen zu können, sei eines der Ziele der Kapitalerhöhung aus dem Vorjahr gewesen, betonte Anzengruber.

Aktuell erzeuge der Verbund etwa 0,6 Prozent der europäischen Strommenge (90 Prozent davon aus Wasserkraft). Beim Pumpspeicherstrom betrage der Anteil jetzt schon sechs Prozent und solle auf zehn Prozent erhöht werden: „Hier sind wir eine europäische Großmacht“, sagte der Verbund-Chef.

Insgesamt wird der Konzern bis 2020 eine Milliarde Euro in die Übertragungsnetze investieren – davon fließt die Hälfte in Umspannwerke. Zudem werden in Österreich 380 Kilometer neue Leitungen geplant.

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